Elektrotriebwagen Flirt 3

Veröffentlicht am 09.02.2022

Der Regionaltriebwagen Flirt 3 setzt wie sein Vorgänger Flirt auf eine modulare Bauweise und ist neben der elektrischen Variante auch als Diesel- und Hybridversion erhältlich.

Der Flirt 3 ist eine technische Weiterentwicklung des Flirt. Unter anderem sind beim Flirt 3 zur Einhaltung der Crash Norm EN 15227 unter der neu gestalteten Front Deformationselemente enthalten und die Mittelpufferkupplung wurde zur größeren Energieaufnahme bei Kollisionen optimiert. Der Flirt 3 erfüllt außerdem die neuen internationalen Normen an die Behindertenfreundlichkeit (TSI PRM) und den Schallschutz (TSI Noise). Durch Optimierung im Brandschutz ist das Befahren von längeren Tunneln zulässig. Im Vergleich zum Flirt besitzt der Flirt 3 einen größeren Raddurchmesser und einen kleineren Radstand.

Wie bei den Vorgängerversionen setzt der Schienenfahrzeugbauer Stadler Rail AG bei der Herstellung des Flirt 3 auf eine modulare Bauweise, die verschiedene Fahrzeugkonfigurationen ermöglicht. Der elektrische Flirt 3 ist als zwei-, drei-, vier-, fünf- oder sechsteiliger Triebwagen mit unterschiedlichen Fußbodenhöhen lieferbar. Es besteht die Möglichkeit mehrere Fahrzeuge zu einem Zugverband zu kuppeln. 

Einsatzfelder


Der Flirt 3 ist für den Regional- und S-Bahn Verkehr ausgelegt. Der modulare Aufbau des Flirt ermöglicht eine Anpassung an unterschiedliche Einsatzschwerpunkte, abhängig von Fahrgastaufkommen und Haltestellenabständen. Der gesamte Passagierraum der Züge ist barrierefrei und stufenlos begehbar. Große Türen und ausfahrbare Schiebetritte ermöglichen ein schnelles und bequemes Ein- und Aussteigen. In den Eingangsbereichen befinden sich großzügig gestaltete Multifunktionsabteile für Fahrräder, Rollstühle und Kinderwagen. Zur Überwindung der Höhenunterschiede für Rollstuhlfahrende zwischen Fahrzeug und Bahnsteig besitzt der Flirt 3 Hublifte oder Rampen.

Für den Betrieb in Ballungsräumen, insbesondere im S-Bahn- und S-Bahn-ähnlichen Verkehr, wurde die Fahrzeugvariante Flirt 3 XL entwickelt. Im Unterschied zum bisher eingesetzten Flirt 3 verfügt der Flirt 3 XL über eine zusätzliche Tür je Wagenteil, wodurch der Fahrgastwechsel beschleunigt wird.

Einsatzräume in NRW


Der Regionaltriebwagen Flirt 3 wird in NRW von der Arriva Personenvervoer Nederland B. V., der DB Regio AG, der Eurobahn, der Transdev Hannover GmbH, der VIAS Rail GmbH und der WestfalenBahn GmbH auf folgenden Strecken eingesetzt:

Flirt 3:

Arriva:
RE 18 Aachen – Heerlen – Maastricht

DB Regio:
RE 42 Mönchengladbach – Krefeld – Duisburg – Essen – Recklinghausen – Münster

Eurobahn:
RB 50 Dortmund – Lünen – Münster
RB 61 Hengelo – Bad Bentheim – Rheine – Osnabrück – Herford – Bielefeld

VIAS:
RE 19 Düsseldorf – Duisburg – Oberhausen – Wesel – Bocholt / Emmerich – Arnheim
RB 35 Mönchengladbach – Krefeld – Duisburg – Oberhausen – Wesel

WestfalenBahn:
RE 15 Münster – Rheine – Emden

Flirt 3 XL:

DB Regio:
RB 32 Duisburg - Oberhausen - Gelsenkirchen - Herne - Dortmund
RB 40 Essen - Bochum - Witten - Hagen
RE 49 Wesel - Oberhausen - Essen - Wuppertal
S 2 Dortmund - Dortmund-Mengede - Herne - Essen / Recklinghausen
S 3 Oberhausen - Mülheim - Essen - Bochum-Dahlhausen - Hattingen
S 9 Haltern am See (/ Recklinghausen) - Bottrop - Essen - Velbert-Langenberg - Wuppertal (- Hagen)

Transdev Hannover:
S 1 Minden - Haste - Hannover
S 5 Hannover Flughafen - Hannover - Paderborn

Künftige Entwicklung


10 Fahrzeuge vom Typ Flirt 3XL sind für den Einsatz auf der Regiobahn (S28) vorgesehen.  Da sich der elektrische Betrieb der Regiobahn verzögert, sollen die Fahrzeuge auf anderen Strecken im Verbundraum des VRR eingesetzt werden. 

Ab Dezember 2026 wird der Betrieb des Maas-Wupper-Express (RE 13) durch die Regionalverkehre Start Deutschland GmbH mit 20 Flirt 3XL erfolgen.

Mit weiteren Bestellungen ist insbesondere im Rahmen weiterer Ausschreibungen von SPNV-​Leistungen zu rechnen.

Fahrzeugdaten

Fahrzeugkategorie Flirt 3, dreiteilig (1) Flirt 3 XL, dreiteilig (2) Flirt 3, vierteilig (3) Flirt 3, fünfteilig (2) Flirt 3 XL, fünfteilig (2)
Achsfolge Bo' 2' 2' Bo' Bo' 2' 2' Bo' Bo' 2' 2' 2' Bo' Bo' 2' 2' 2' 2' Bo' Bo' 2' 2' 2' 2' Bo'
Fahrzeuglänge 63.200 mm 67.600 mm 74.700 mm 90.800 mm 106.200 mm
Fahrzeugbreite 2.820 mm 2.820 mm 2.880 mm 2.820 mm 2.820 mm
Fahrzeugbodenhöhe (Niederflurbereich)/Einstieg 780 mm/780 mm 780 mm/780 mm 780 mm/780 mm 780 mm/780 mm 780 mm/780 mm
Türen pro Fahrzeugseite 3 6 4 7 10
Sitzplätze (1. Klasse/2. Klasse) 12/180 180 24/201 32/227 296
Eigengewicht k. A. k. A. k. A. k. A. k. A.
Max. Radsatzlast k. A. k. A. k. A. k. A. k. A.
Motorleistung 3.000 kW 2.720 kW 2.000 kW 2.720 kW 2.720 kW
Höchstgeschwindigkeit 160 km/h 160 km/h 160 km/h 160 km/h 160 km/h
Beschleunigung k. A. k. A. 1,0 m/s k. A. k. A.
Bremsverzögerung k. A. k. A. k. A. k. A. k. A.
Anzahl der Fahrzeuge in NRW 8 (Arriva) 17 (7 DB, geplant: 10 Regiobahn) 29 (14 DB, 15 WFB) 34 (21 VIAS, 13 ERB) 22 (DB)

(1) Daten für Fahrzeug von Arriva
(2) Daten für Fahrzeug von DB und VIAS (bis Ende Januar 2022 von Abellio)
(3) Daten für Fahrzeug von DB Regio