Regionalverkehrsplan NRW

Veröffentlicht am 16.04.2020

Der Regionalverkehrsplan NRW gibt als Liniennetzplan eine Übersicht über alle Zuglinien im Schienenpersonennahverkehr in Nordrhein-Westfalen.

Die Züge des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) in NRW sind in Linien zusammengefasst , die stets auf dem gleichen Linienweg mit den gleichen Halten im festen Takt verkehren. Daher ist eine Übertragung in einen übersichtlichen Liniennetzplan möglich. Dieser Regionalverkehrsplan bietet damit Reisenden die erforderliche Orientierung im Schienennahverkehrsnetz in NRW, z. B. an welchen Bahnhöfen Umsteigemöglichkeiten bestehen oder welche Haltestellen auf dem Weg zum Zielbahnhof von der Linie durchfahren werden.

Der aktuelle Regionalverkehrsplan für NRW steht hier zum Download (siehe unter "Tickets, Tarife, Mobilität").

In der digitalen Version des Regionalverkehrsplans NRW können Fahrgäste nach Bahnhöfen suchen, in die Karte hineinzoomen oder Halte direkt in die Fahrplanauskunft übernehmen. Der digitale Regionalverkehrsplan ist für mobile Geräte (z. B. Smartphones, Tablets) optimiert.

Ausgangslage


Mit der Einführung des Integralen Taktfahrplans (ITF) in Nordrhein-Westfalen im Jahr 1998 (NRW-Takt) ist das Angebot des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) in eindeutige Linienstrukturen überführt worden. Zur Kommunikation dieser Strukturen hat das Verkehrsministerium seinerzeit in Abstimmung mit den SPNV-Aufgabenträgern einen landesweiten Regionalverkehrsplan NRW erstellen lassen, der die Linien und ihre Halte als schematische Darstellung zeigt (ähnlich den in U-Bahn-Systemen üblichen Plänen). Eingesetzt wird dieser Plan in allen Bereichen der Kundenkommunikation, z. B. auf Klebefolien in den Einstiegsbereichen der Nahverkehrszüge, in Vitrinen neben Aushangfahrplänen in den Bahnhöfen, als Faltprospekt mit erweiterten Tarifinformationen zur Auslage in den Kundenzentren, als ergänzende Karte in Fahrplanbüchern (früher DB-Kursbücher, jetzt NRW-Fahrplanbuch).

Zum Fahrplanwechsel 2011/2012 ist der Regionalverkehrsplan NRW grafisch grundlegend überarbeitet worden. Der Plan ist nun noch übersichtlicher gestaltet. Überregionale Verbindungen sind jetzt verschiedenfarbig, Oberzentren und wichtige Übergänge zum Fernverkehr sind optisch besonders hervorgehoben. Das einheitliche Erscheinungsbild und die Verwendung einheitlicher und verständlicher Symbole dienen einer schnellen Orientierung und einer komfortablen Lesbarkeit. Sie stärken damit den Wiedererkennungswert des Produkts „mobil.nrw“ (vorher "Busse & Bahnen NRW").

Akteure


Die Federführung bei der Erstellung des Regionalverkehrsplans NRW liegt beim Kompetenzcenter ITF NRW. Das Verkehrsministerium NRW, das Kompetenzcenter Marketing NRW (KCM), die drei SPNV-Aufgabenträger (VRR, NVR und NWL) und die Eisenbahnverkehrsunternehmen wirken bei der Pflege und Weiterentwicklung des NRW-Regionalverkehrsplans mit.

Probleme und Aufgaben


Mit der Standarisierung ergeben sich neue Anwendungsmöglichkeiten für den Regionalverkehrsplan NRW. So können neben dem landesweiten Liniennetz auch regionale Teilbereiche (beispielsweise Liniennetzpläne der Verbünde oder von Eisenbahnunternehmen) herausgelöst werden oder thematische Pläne/Karten (beispielsweise zu Barrierefreiheit oder für Radreisende) erstellt werden. Über Sonder-Liniennetzpläne können zusätzliche ÖPNV-Angebote bei Großveranstaltungen und Messen sowie durch Baustellen bedingte Streckensperrungen kommuniziert werden. Im Rahmen der SPNV-Qualitätsberichte werden z. B. die netzweiten Pünktlichkeits- und Zugausfallquoten auf dieser Kartengrundlage farblich dargestellt.

Seit 2013 steht der Regionalverkehrsplan NRW auch in digitaler Form zur Verfügung. Hieraus ergeben sich neue, interaktive Anwendungsmöglichkeiten: beispielweise eine direkte Verknüpfung mit der Fahrplanauskunft (inkl. Beauskunftung in Echtzeit), eine Zoomfunktion für die Anzeige von S-Bahn-Haltepunkten oder eine NRW-weite Bahnhofssuche. Die interaktiven Anwendungen sind als webbasierter Dienst für die Desktop-Nutzung und gleichzeitig als mobile Webseite für Smartphones aufbereitet. 

Der Regionalverkehrsplan NRW ist unverzichtbares Element der Fahrgastinformation und Kundenkommunikation im SPNV in NRW geworden. Regionale Pläne, die in den Verbünden Rhein-Ruhr und Rhein-Sieg schon früher bestanden und die Details des S-Bahn-Verkehrs mit Verknüpfungen zu den Stadtbahnen zeigen, werden hierdurch nicht abgelöst. So bietet der NRW-Regionalverkehrsplan die Chance, gemeinsame Standards für Liniennetzpläne auf verschiedenen Ebenen in NRW zu schaffen, die jeweils für spezifische Zwecke vor Ort, regional oder überregional eingesetzt werden können. Durch die einheitliche grafische Gestaltung wird den Kunden der Umgang mit den erstellten Plänen erheblich erleichtert, der Wiedererkennungswert für "mobil.nrw" (vorher "Busse & Bahnen NRW") weiter gesteigert.


Siehe auch: