Tarifberater

Veröffentlicht am 04.03.2020

Bei der Wahl des passenden Tickets aus dem NRW-Tarif hilft der Tarifberater. So funktioniert's:

  1. Geben Sie Ihren Fahrtwunsch in die Fahrplanauskunft ein.

  2. Klicken Sie auf den Link "Tarifberater" unter dem gewünschten Fahrplanverbindungsergebnis.

  3. Mit dem Tarifberater für den NRW-Tarif können Sie sich eine auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittene Tarifempfehlung ermitteln lassen - auch für Anschlussfahrten an regionalen Zeitkarten oder Gruppenfahrten.

Bei Fahrtverbindungen in einem Verbundtarif werden Sie bei Klick auf "Tarifberater" zum jeweiligen Verbund weitergeleitet.

Ausgangslage


Die in NRW eingesetzten Auskunftssysteme berechnen mit jeder Verbindungsanfrage über nachgelagerte Tarifmodule ebenfalls den Fahrpreis des jeweiligen regionalen Verbundtarifs. Auf Grundlage der berechneten Preisstufe der einzelnen Fahrt erhalten Kunden eine Übersicht der Fahrausweise und ihrer Preise, wobei die Informationstiefe zu den verschiedenen Ticketarten variiert.

Der NRW-Tarif hat eine Reihe positiver Entwicklungen und Neuerungen für die Nahverkehrskunden in Nordrhein-Westfalen mit sich gebracht, aber auch einen erhöhten Informationsbedarf bei den Fahrgästen. Um diesem Informationsbedarf zu entsprechen, ist auf Veranlassung des Verkehrsministeriums NRW ein zentrales NRW-Tarif-Modul entwickelt worden, auf das bei Tarifauskünften im verbundübergreifenden Verkehr von allen in NRW eingesetzten Fahrplanauskunftssystemen zugegriffen wird.

Mehrere Tarifräume (VRR, VRS und Westfalen) bieten über die Nennung der zur Fahrt gültigen Tickets („Tarifauskunft“) hinaus einen „Tarifberater“ für den Verbundtarif an, der die am besten geeigneten Tickets oder Ticketkombinationen unter Beachtung der individuellen Merkmale der Fahrt und des Fahrgasts ermittelt. Im Internetauftritt des VRS kann der Tarifberater entweder direkt aufgerufen werden (mit Option zur anschließenden Nutzung der Fahrplanauskunft) oder im Anschluss an die Fahrplanauskunft aktiviert werden. Der VRR bietet den Tarifberater als eigenständiges Tool neben dem Fahrplanauskunftssystem an. Im Internetauftritt des Westfalen-Tarifs kann der Ticketberater im Anschluss an die Fahrplanauskunft oder direkt gewählt werden.

Auch das zentrale NRW-Tarifmodul verfügt über eine Logik zur Optimierung der Fahrpreisauskünfte zum NRW-Tarif (Tarifberater). Dadurch können die Fahrgäste das für ihren konkreten Fahrtwunsch bestgeeignete Ticket im NRW-Tarif ermitteln. Hierzu zählt auch die Berechnung der Fahrpreise oder die Beauskunftung des AnschlussTicket NRW für Kunden mit vorhandener Verbundzeitkarte.

Durch den NRW-SuchKontroller (verteilte Fahrplanroutensuche der Fahrplanauskunft NRW) wurde erstmalig erreicht, dass ÖPNV-Kunden in NRW über eine einheitliche Auskunft auch alle in den regionalen Auskunftssystemen vorliegenden Fahrpreise beauskunftet bekommen.

Akteure


Die Systemhersteller elektronischer Fahrplanauskunftssysteme (Mentz: efa, eingesetzt z. B. im VRR, Ingenieurgruppe IVV: ASS, eingesetzt z. B. im VRS, Hacon: Hafas, eingesetzt z. B. im AVV) haben im Auftrag der Verkehrsverbünde zzt. noch proprietäre Programmmodule entwickelt, die eine sehr weitgehende Tarifermittlung des jeweiligen Verbundtarifs ermöglichen.

Probleme und Aufgaben


Die Tarifbildung orientiert sich nicht an der Abbildbarkeit durch einen mathematischen Algorithmus, sondern folgt häufig relations- und stellenweise auch linienbezogenen Sonderregelungen, besitzt unterschiedliche Tarifbildungsprinzipien zwischen Kurzstrecke und allen anderen Reiseweiten oder zwischen Einzelfahrausweisen und Zeitkarten. Die Vielzahl von Bedingungen, Sonderfällen und Alternativen erschwert sowohl die Integration der Tarifauskunft in die elektronischen Auskunftssysteme als auch die Entwicklung von Kooperationsraum übergreifenden Tarifdatenbasen analog zur landesweiten Fahrplandatenbasis. Die vielfach von der technischen Seite erhobene Forderung nach einer zunächst durchzuführenden Anpassung der Tarifbildung, um die Tarifbeauskunftung durch die Rechenalgorithmen der Fahrplanauskunftssysteme zu ermöglichen, ist sicherlich eine falsche Betrachtungsweise. Andererseits muss die Tarifentwicklung stets den Aspekt „Kommunizierbarkeit des Tarifs“ berücksichtigen, um begreifbar und transparent zu sein sowie um neue Kundenkreise anzusprechen.

Mit dem Ansatz der Tarifmodule nach dem Standard der VDV-Kernapplikation (Tarifmodule nach PKM (Produkt- und Kontrollmodule)) ergibt sich ein branchenweiter Standard zur einheitlichen Beschreibung von Tarif- und Vertriebslogiken im Nahverkehr. Ab 2021 wird PKM verpflichtender Bestandteil des neuesten eTicket-Deutschland-Standards.

Das Verkehrsministerium NRW fördert mit 1,3 Millionen Euro aus Landesmitteln die Entwicklung von standardisierten Tarifmodulen für den ÖPNV im gesamten Land. Davon profitieren die Verbünde und Verkehrsunternehmen, die künftig ihre Tarifinformationen digital einheitlich verarbeiten und abbilden können. Die Förderung läuft über einen Zeitraum von vier Jahren. Das Kompetenzcenter Marketing NRW (KCM) ist mit dem Erstellen und Bereitstellen eines Produkt- und Kontrollmoduls für den NRW-Tarif betraut.