Gelenkbus

Veröffentlicht am 13.02.2019

Der Gelenkbus bildet mit einer Länge von 18 Metern neben dem zwölf Meter langen Standardlinienbus das zweite Standbein insbesondere des städtischen ÖPNV auf der Straße.

Der Gelenkbus besitzt im hinteren Drittel ein Knickgelenk. Im städtischen Linienverkehr werden in der Regel nur niederflurige Fahrzeuge eingesetzt. Auch im Überlandverkehr spielt die hochflurige Variante bei Neufahrzeugen heute so gut wie keine Rolle mehr. Drei Einstiegsbereiche sind üblich. Bei den Gelenkbussen, die in ländlichen Regionen unterwegs sind, gibt es gegenüber den städtischen Modellen hauptsächlich Unterschiede in der Anzahl und Form der Bestuhlung und im Stauraum für Gepäckstücke. Außerdem ist die Fahrhöchstgeschwindigkeit häufig auf bis zu 100 km/h angehoben.

Einsatzfelder


Gelenkbusse besitzen ein zu 12 Meter langen Standardbussen vergleichbares Einsatzprofil, sie sind aber infolge ihrer größeren Fahrzeugkapazität (ca. 50 Prozent höher als bei 12 Meter langen Fahrzeugen) für hohes Fahrgastaufkommen ausgelegt. Im Überlandverkehr erfüllen Gelenkbusse meist eine Verbindungsfunktion zwischen Mittelzentren bzw. zwischen Mittelzentren und dem jeweiligen Oberzentrum, die nicht durch eine Schienenverbindung miteinander verknüpft sind.

Einsatzräume in NRW


Gelenkbusse kommen in zahlreichen Städten und Gemeinden zum Einsatz, in denen ein hohes Verkehrsaufkommen seinen Einsatz rechtfertigt. Stellenweise werden Gelenkbusse auch bei Sonderverkehren zu großen Verkehrserzeugern (z. B. bei Messen, Sportgroßveranstaltungen) eingesetzt, sofern keine Schienenanbindung des Standorts besteht. Überlandgelenkbusse werden hauptsächlich im qualifizierten Regionalbusverkehr sowie im Schnellbusverkehr auf Linien mit hohem Verkehrsaufkommen eingesetzt. Vereinzelt sind die Fahrzeuge auf hochbelasteten regionalen Buslinien anzutreffen.

Künftige Entwicklung


Durch örtlichen Fahrgastzuwachs im städtischen ÖPNV werden verstärkt Linien mit Gelenkbussen betrieben. Fahrzeugneubeschaffungen beschränken sich im Wesentlichen auf niederflurige Gelenkbusse, so dass die hochflurigen Gelenkbusse in absehbarer Zeit im städtischen Buslinienverkehr keine Rolle mehr spielen werden.

Überlandgelenkbusse erhalten in zunehmendem Maße durch 15 m-Busse Konkurrenz, da diese eine nahezu vergleichbare Fahrgastkapazität bei günstigeren Betriebskostenstrukturen aufweisen. Die Zahl der Überlandgelenkbusse wird aus diesen Gründen höchstwahrscheinlich in den nächsten Jahren zugunsten von 15 m-Fahrzeugen zurückgehen.

Fahrzeugdaten


Fahrzeugkategorie Standardgelenklinienbus Standardgelenkniederflurlinienbus
Fahrzeuglänge 17,8 - 18,0 m *
Fahrzeugbreite 2,45 - 2,55 m *
Radstand 5,1 - 6,2 m; 5,2 - 6,8 m *
Wendekreis 22,4 - 24,5 m *
Fahrzeugbodenhöhe/Einstieg Standardlinienbus hochflurig: Einstiegshöhe ca. 36 cm + zwei bis drei Stufen je ca. 20 cm Standardlinienbus niederflurig: Einstiegshöhe 32 - 34 cm, i.d.R. voll niederflurig mit Kneeling-Einrichtung (Absenkung des Einstiegs um ca. 7 cm), Einstieg für mobilitätsbehinderte Personen via Rampe (Handbetrieb/elektrisch)
Türen pro Fahrzeugseite 3, stellenweise 4
Sitzplätze 42 - 60 *
Stehplätze 40 - 130 *
Max. Gesamtkapazität 107 - 167 *
Antriebsart Dieselmotor mit mechanischer Kraftübertragung
Motorleistung 184 - 265 kW
Höchstgeschwindigkeit i.d.R. 80 km/h
Hersteller (beispielhaft) Irisbus, MAN, Mercedes Benz, Renault, Scania, SETRA, Solaris, Van Hool

* Werte abhängig von der konkreten Fahrzeugkonfiguration (Fahrzeuglänge, Bestuhlung etc.)