Doppelgelenkbus

Veröffentlicht am 30.01.2020

Moderne Doppelgelenkbusse sind eine Besonderheit im städtischen Personennahverkehr. Sie bieten besonders vielen Fahrgästen Platz.

Durch ihre deutlich größere Gesamtlänge gegenüber herkömmlichen Gelenkbussen verfügen Doppelgelenkbusse über eine höhere Anzahl an Sitz- und Stehplätzen. Damit sie im städtischen Raum einsetzbar sind, entspricht ihr Wendekreis mit ca. 24 Metern in etwa dem eines Gelenkbusses. Erreicht wird dieser geringe Wendekreis durch zwei Gelenke und die Lenkbarkeit der beiden hinteren Achsen. Aufgrund ihrer Überlänge ist für den Einsatz von Doppelgelenkbussen eine Ausnahmegenehmigung erforderlich.

Einsatzfelder


Doppelgelenkbusse werden auf Linien mit hohem Fahrgastaufkommen eingesetzt werden, z. B. wenn die Kapazität von Standardgelenkbussen an ihre Grenzen stößt. Doppelgelenkbusse sind besonders für kurze bis mittlere Haltestellenabstände geeignet. Ihr Einsatzgebiet erstreckt sich daher auf die innerstädtische Verkehrserschließung auf Hauptverkehrsachsen in Großstädten. Durch das auffällige Erscheinungsbild besitzen die Fahrzeuge eine wichtige Funktion für das ÖPNV-Marketing (Eigenwerbung).

Einsatzräume in NRW


Nach einem fünfwöchigen Testbetrieb im Jahr 2003 wurden seit September 2005 zunächst zwei niederflurige Doppelgelenkbusse (AGG 300 der Firma Van Hool) bei der Aachener Straßenbahn und Energieversorgungs-AG (ASEAG) eingesetzt. Die Fahrzeuge verkehrten auf den stark frequentierten Buslinien 5 und 45. Seit dem Fahrplanwechsel im Juni 2008 setzte die ASEAG insgesamt acht Doppelgelenkbusse ein. Ende 2019 waren die Fahrzeuge am Ende ihrer Nutzungsdauer angekommen und wurden ausgemustert.

Künftige Entwicklung


Eine weitere Beschaffung von Doppelgelenkbussen in NRW ist eher unwahrscheinlich, da die zwischenzeitlich am Markt verfügbaren Großraum-Gelenkbusse nur eine geringfügig geringere Fahrgastkapazität aufweisen. Aufgrund nur eines Gelenks sind sie deutlich wartungsärmer als Doppel-Gelenkbusse. Außerdem lassen sich Großraum-Gelenkbusse leichter in jede Gelenkbuslinie integrieren, wohingegen Doppel-Gelenkbusse größere Kurvenradien benötigen.

Fahrzeugdaten


Fahrzeugkategorie Doppelgelenkniederflurlinienbus
Fahrzeuglänge 24,79 m
Fahrzeugbreite 2,55 m
Radstand 5,79 m; 7,15 m; 6,45 m
Wendekreis 24 m
Fahrzeugbodenhöhe/Einstieg Einstiegshöhe 33 cm, voll niederflurig mit Kneeling-Einrichtung, Einstieg für mobilitätsbehinderte Personen via Rampe
Türen pro Fahrzeugseite 4
Sitzplätze 57
Stehplätze 127
Max. Gesamtkapazität 184
Antriebsart Dieselmotor
Motorleistung 265 kW
Höchstgeschwindigkeit 85 km/h
Hersteller (beispielhaft) Van Hool, Volvo, Hess

Werte beziehen sich auf das Fahrzeug Van Hool AGG 300 der ASEAG